Band 106e Schiffsingenieur Rissen

-  - Band 106e -  -

im Auftrag der Töchter des Albert Schreiner bearbeitet und herausgegeben von

Jürgen Ruszkowski

Albert Schreiner - Schiffsingenieur aus Hamburg...

ISBN: 9783748551256

14,99 €

 

Albert Schreiner - Schiffsingenieur aus Hamburg...

ISBN: 9783748551256

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Albert Schreiner - Schiffsingenieur aus Hamburg-Rissen



ISBN 978-3-7485-9537-3

Verkaufspeis 9,99 €

 

Albert Schreiner wurde im August 1914 geboren. Im August 1918 fiel sein Vater in Frankreich dem ersten großen industrielalisierten Krieg zum Opfer, der ganz Europa veränderte und die verwandtschaftlich vervetterten Monarchien – die britische ausgenommen – vom Thron stürzten. Albert besuchte die Oberrealschule in Hamburg-Uhlenhorst. 1930 zog er mit seiner Mutter nach Rissen, erlernte in Schulau das Handwerk eines Maschinenbauers und besuchte 1940 die Ingenieurschule am Berliner Tor in Hamburg. In den 1930er Jahren fuhr er auf verschiedenen Handelsschiffen über den Atlantik und durch den Panama-Kanal. Im zweiten Weltkrieg diente er bei der Kriegsmarine. Er wurde zu unterschiedlichen Kommandos in diversen Marinestandorten – Flensburg – Kiel – Eckernförde – Kühlungsborn – Stralsund – Pillau – Memel – Oslo – Drontheim kommandiert. Nach Kriegsende wurde er unter Aufsicht der Briten zum Mienensuchen eingesetzt und 1945 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen. Anfang der 1950er Jahre fuhr er auf verschiedenen Schiffen wieder zur See. 1954 konnte er eine Landstellung bei der BP-Raffinerie in Hamurg-Finkenwerder antreten. Albert Schreiner verstarb im Mai 2014 hoch betagt. Er wurde fast 100 Jahre alt.

Aus dem Inhalt:

Albert Schreiner erzählt 

Kindheit – Schulzeit – Jugend 

Seefahrt vor dem Krieg 

Wehrpflicht – bei der der Kriegsmarine 

Ingenieurschule Hamburg Berliner Tor 

Heirat 

Kriegsdienst bei der Marine 

Kriegsende – Kriegsgefangenschaft 

1945 – wieder daheim in Rissen – Nachkriegsnot 

Kindheitserinnerungen der Tochter 

1952 – wieder zur See 

BP-Raffinerie in Finkenwerder 

Rentnerleben und Reisen 

Ende nach fast 100 Jahren

Leseproben:

ein kurzer Textüberblick in Auszügen

Im Originalbuch sher viele Bilder, Dokumente, Urkunden!

Es war der 8. August 1914. Zu dieser Zeit wurden deutsche Soldaten mit ,,Hurra“ nach Frankreich gebracht.  Es war Mobilmachung, und meine Großeltern aus dem Herzogtum Coburg saßen am Wochenbett ihrer Schwiegertochter in Hamburg-Hohenfelde an der Kuhmühle. Sie hatten hier das neu gekaufte Brotgeschäft mit eingeweiht, nachdem sie die Hochzeit, am 25. Juli 1914, in Plau in Mecklenburg gerade gefeiert hatten. Es waren turbulente Zeiten und offenbar auch eine aufregende Familie, in die ich hineingeboren wurde. Mein Vater, der Bäcker und Konditor Reinhard Schreiner aus einem kleinen Dorf bei Coburg, war auf seiner Wanderschaft in Hamburg hängen geblieben und hatte bei einem Bäckermeister am Schwanenwik meine Mutter Meta als Verkäuferin kennen und lieben gelernt. Die beiden konnten nun als Eheleute ihr kleines Geschäft mit: Brot und Kuchen weiter gut ausbauen durch ein großes Sortiment an Konfitüren, Schokolade, Keksen, usw., bis mein Vater Mitte 1915 zum Kriegsdienst eingezogen wurde.  Die Mutter musste nun viele Besorgungen allein machen. Ich erinnere mich, dass ich, als ich gerade laufen konnte, mich im Schaufenster vor allerlei gaffenden und lachenden Menschen wieder fand. Im Nachthemd aus dem Mittagsschlaf erwacht und mit Schokolade verschmiert sah ich plötzlich meine Mutter von der anderen Straßenseite kommen und verschwand sofort wieder in meinem Bett.  Zu spät, die ersten Schläge auf den Hintern waren fällig und hinterließen bleibende Erinnerungen.  Freiheitsliebend war ich auch. So hat mich etwas später eine Frau am Kuhmühlenteich aufgegriffen, wo ich einen schönen Spielplatz mit vielen Kohlehaufen fand. Sie brachte mich zur Polizeiwache Oberaltenallee. Ein Streifenpolizist brachte mich dann zu meiner schon weinenden Mutter. Ich konnte wohl gerade meinen Namen sagen. Diesmal gab es kein Fell voll, aber ein reinigendes Bad in der Waschbalge...

In der Schule waren Erdkunde, Geschichte und Deutsch meine Lieblingsfächer, während Mathe und Biologie bei mir ins Hintertreffen gerieten. Zur Schule muss ich noch gestehen, dass ich in der Sexta gleich mit vielen anderen sitzen blieb, eine herbe Enttäuschung, nachdem ich in der Volksschule so gut war. Von den Sitzenbleibern aus zwei Klassen, was mit den hohen Anforderungen, aber auch mit dem Milieu der Schüler zu tun hatte, wurde eine neue Sexta gebildet.  Nach der Revolution war die Schulgeldbefreiung eingeführt worden, damit auch die so genannten Arbeiterkinder an der höheren Bildung teilnehmen konnten. „Bildung macht frei“ hieß es bei der SPD. Die Lehrer waren unterschiedlich, aber fast alle waren Doktoren und Professoren, manche cool, aber andere ließen sich auch bis zur Weißglut ärgern.  Unser Klassenlehrer ohne Doktortitel kam am besten mit uns klar. Wir machten schöne Klassenreisen, eine habe ich in Erinnerung von Undeloh über den Wilseder Berg durch die Heide. Wir schliefen in der Jugendherberge, waren in Gruppen aufgeteilt und wanderten nach Karte. Ich hatte schon Übung im Marschieren und Kartenlesen von einer Wanderung durch Mecklenburg mit meinem Volksschullehrer und von dem Wanderbund. Bei diesen Wanderungen schliefen wir manchmal im Stroh, zwei Nächte auch in meines Onkel Hermanns Scheune in Pau. Mit dem Wanderbund machten wir Ausflüge zum See und nach Müritz, Teterow und Wismar...

Da ich eine Maschinenbaulehre gemacht hatte, konnte ich im September 1935 bei der Reederei „Hamburg-Süd“ als Seemann im Maschinendienst anfangen.  Ich bekam gleich ein sehr schönes Schiff, die „MONTE PASCOAL“, ein Motorschiff und fuhr darauf als Ingenieuraspirant.

1938 fuhr ich wieder bei der „Hamburg Süd“ jetzt auf der „LA PLATA“, dem größten Frachter der Hamburg-Süd. Als Ingenieuraspirant sah ich nun London, Rio, Buenos Aires, Santa Fee und Montevideo.  Dann kam der erste Advent 1938. Wir waren in der Biskaya und wollten nach Südamerika, als die „LA PLATA“ mit einem anderen Schiff zusammenstieß. Das andere Schiff sank, es gab 7 Tote. In unser Schiff wurde durch den Zusammenstoß ein ca. 5 x 5 Meter großes Loch in den Rumpf gerissen. Dadurch lief der erste Laderaum voll Wasser. Wir wurden nach Brest eingeschleppt. Hier bekamen wir zur Unterstützung des ersten Schotts eine Zementwand. In Brest blieben wir einige Tage, ich hatte eine Freundin: Yvonne.

Es war Weihnachten. Wir feierten das Fest in Hamburg. Zur Weihnachtsfeier brachte meine Schwester Luise eine Freundin mit: Inge Buhmann. Beide arbeiteten zusammen im Rothenburgsorter Krankenhaus als Kinderkrankenschwestern. Wir tanzten und später küssten wir uns auch. Dabei steckte sie mich mit Scharlach an.  Ich musste 6 Wochen ins Universitätskrankenhaus Eppendorf, auf die Kinderstation, obwohl ich schon 24 Jahre alt war. Mit den Jungs habe ich Kissenschlachten gemacht. ich erinnere mich noch genau, wie eine Schwester namens Bringfrieden ins Zimmer kam und rief: „Aber Herr Schreiner, was machen Sie denn da?“ Wir sollten still liegen, was uns schwer fiel.  Inge hat mich öfter besucht, aber sie musste draußen stehen und mir durchs Fenster zuwinken.

Von März bis August 1939 fuhr ich auf dem Dampfer „TENERIFE“. Am 22.08. kamen wir aus Südamerika in Hamburg an. Wir hatten Kakao und Kaffee an Deck gelagert.

Wir wunderten uns, denn alle Schiffe bekamen Tarnbemalung. Wir dachten nicht, dass der Krieg so bald losgehen sollte. Im September 1939 kam es zum Kriegsausbruch. Ich habe mit Inge zusammen im Radio Hitlers Erklärung gehört: „Seit 5:45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen. Und von jetzt ab wird Bombe mit Bombe vergolten.“ Der Überfall auf Polen hatte das große deutsche Drama eingeleitet.

Im März 1941 wurde ich zur Marine nach Kiel eingezogen.  Ich kam in die Stammabteilung Kühlungsborn und war für Nord Norwegen vorgesehen.  Gleich darauf wurde ich nach Memel abkommandiert, zum Sperrkommandant Memel...

Wir mussten die Geleitzüge vom Norden Norwegens oder umgekehrt zwischen Trondheim und Bergen, vor den Schären und einem Stück ungeschützter Küste beschützen. Ein paar Mal haben uns die Engländer beschossen, von denen wir 400 Einschüsse in die Wasserlinie bekamen und 5 Tote zu beklagen hatten. Wir mussten alles mit Holzpfropfen abdichten, daher ein Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse).  Am 8. Mai 1945 war der Zweite Weltkrieg vorbei, er forderte zirka 55 Millionen Menschenleben...

Da noch keine Stellung an Land zu bekommen war, musste 1952 ich wieder zur Seefahrt.  Ich nahm das Schiff „BERNHARD HOWALDT“, als 3. Ingenieur, weil ich das mit der Howaldt-Werft in Verbindung brachte, wo ich vielleicht Arbeit an Land bekommen könnte. Wir haben eine Reise nach Kanada Montreal gebracht und haben Getreide zurück nach Hamburg gebracht. Die nächste Reise ging nach Freetown in Afrika und meine Frau Inge konnte mitfahren. Die Kinder waren bei den Großmüttern untergebracht. Da der Reeder und seine Tochter mit an Bord waren, ist Inge mit ihnen zu den Schwarzen in ein Einkaufzentrum gefahren. Für Inge war es eine sehr interessante Reise. Nach der Landung in Rotterdam musste Inge allein nach Hause fahren. Außerdem war Inge mit in Neapel und Venedig. Im Mittelmeer musste sie wegen Seekrankheit 2 Tage im Bett bleiben.  Auf der „PELION“ war ich 2. Ingenieur und wir wurden dann verschartert an die amerikanische Isbrandson Line. Wir fuhren fünf Mal von New York durch den Panama Kanal nach San Francisco und wieder zurück. Auf beiden Touren gab es viele Zwischenstopps u. a. in Acapulco, Baltimore. In Baltimore hatten wir 2 Tage Aufenthalt, wir sind mit dem Bus nach Washington gefahren und zurück per Anhalter. Nach langem Warten hielt ein deutscher ehemaliger Koch bei der Seefahrt, der jetzt bei den Amis Fertiggerichte kochte.

1954 Ich war neun Monate nicht in Hamburg gewesen und Inge ging in Hamburg ohne mein Wissen zu meinem Chef und kündigte meinen Arbeitsvertrag, in Puerto Limon - Honduras bin ich von Bord gegangen und wurde von einem anderen Schiff der Reederei, der Pegasus mit zurück nach Hamburg gefahren. Auf der letzten Reise hatten wir einen größeren Zahnradbruch, den wir selbst notdürftig repariert haben, dadurch haben wir die Havarie Gross vermieden, so dass das Schiff nicht abgeschleppt werden musste. Dafür bekam die Maschinenbesatzung eine Anerkennung der Rederei und ein Monatsgehalt extra.

1954 meine Mutter hatte schon Verbindungen zur BP aufgenommen, die damals Schiffsingenieure suchten, als ich mich vorstellte bin ich erst mal nur als Heizer angenommen worden.  Ich kam aber sehr schnell als Schichtführer in die modernsten Anlagen der Raffinerie auf Finkenwerder. Die Anlage diente der Benzinveredelung und Oktanzahl-Erhöhung.  Bei meiner Arbeit bei der BP Raffinerie wurde ich mit neuen Technologien konfrontiert, ich musste außer der Maschinenüberwachung und Instandhaltung viel Neues lernen, vor allem über die Chemie der Kohlenwasserstoffe und Rohöle. Unsere Maschinen wurden mit Wasserstoff angetrieben. Die Sicherheitsvorschriften waren sehr genau einzuhalten. Schichtdienst in Früh-, Nacht- und Spätschichten, und nach vier Wochen fing es wieder von vorne an. Zwei Wochenenden war Dienst und zwei Wochenenden waren frei...


Albert Schreiner - Schiffsingenieur aus Hamburg...

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Jürgen Ruszkowski

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